Höherlegung SV1000 einfach gemacht…

 …und es geht doch…

 

…Umlenkhebel wechseln ohne den Krümmer zu demontieren.

 

 

Nun da ich nach den ersten Fahrten* mit der guten alten SV die Fußrastennippel auf die Hälfte der ursprünglichen Länge reduziert hatte und der linke Auspufftopf mit einer neuen aerodynamischen Schräge versehen war habe ich mir endlich die eh schon geplante Heck- bzw. Fahrwerks-Höherlegung angeschafft. Sollte nichts extremes werden, Ziel was es lediglich ein wenig mehr Bodenfreiheit zu erreichen bei gleichzeitigem verbessern des Handlings ohne das die Kiste gleich hüper nervös wird. Weitere Voraussetzung waren hierzu gültige Papiere, sprich ein Teilegutachten oder eine ABE. Zur Auswahl standen Umlenkhebel mit 20mm, 25mm und 30mm Erhöhung verschiedener Hersteller. Die super billigen Angebote aus der Bucht kann ich da nicht empfehlen, gibt nur Ärger auch wenn so wunder schön geworben wird „Mit Materialgutachten“ oder „fällt kaum auf“, ja ne ist klar ne.

 

Habe mich für die 25mm Variante von Metisse entschieden, laut Bestelltext mit ABE geliefert wie eigentlich von mir erwartet aber mit Teilegutachten. Eine Fahrzeug-ABE-Nr. ist zwar darin vermerkt aber natürlich auch der Hinweis zur Anbauabnahme nach Paragraph hau mich tot. Aber ist ja kein Problem, muss eh noch was eintragen lassen.

 

Die Vorbereitung: Erstmal Montage Anleitung lesen…jut…steht nichts drin was ich nicht schon wusste. Ist halt informativ für die Leute die so etwas noch nicht gemacht haben. Habe mich dann noch in verschiedenen Foren informiert und eigentlich gab es da zwei Varianten. 1. zum Händler fahren und 2. selbst schrauben incl. Krümmer Ausbau weil der halt zum rausnehmen der Schrauben ein wenig im Weg ist. Denkt man zumindest. Nach genauerer Begutachtung der Einbausituation und theoretischem durchspielen der Demontage bin ich zu dem Entschluss gekommen – „Der Krümmer bleibt dran“. Muss aber gleich dazu sagen, es ist etwas knifflig und alles verdammt knapp bemessen aber es geht.

 

Folgendes Werkzeug/Material wird benötigt: Ratschenkasten (Steckschlüssel, Nüsse, kurze + lange Verlängerung), 14er + 12er Ring/Maulschlüssel, Drehmomentschlüssel, 10er Kupferdorn (o.ä.), Kunststoffhammer, Schraubendreher, Ketten- oder Seilzug, 2 Zug-Seile, Montageständer für unter die Gabel (2 gleiche Holzklötze o.ä. funktioniert auch Hauptsache die Fuhre kippt nicht), Wälzlagerfett, Schraubensicherungs-Kleber (z.b. Loctite 243), Putzlappen, Reiniger und natürlich die neuen (kürzeren) Umlenkhebel.

 

Motorrad sicher aufbocken/aufhängen:

  1. Die kleinen Seitenverkleidungen lösen und abnehmen
  2. Fahrersitz abschrauben und weg ziehen
  3. Seile am Heckrahmen befestigen. Ist eng aber geht, Vorsicht das keine Kabel oder andere Teile eingequetscht werden!
  4. Ketten- / Seilzug befestigen (Wer einen kleinen Kran hat ist hier im Vorteil ansonst geeigneten Balken, Träger, Schwerlasthaken o.ä. nehmen)
  5. Moped unter den Zug postieren und Seil einhängen
  6. Leicht anziehen so das die Maschine gerade steht
  7. Vorderradgabel festsetzten ( Motorradheber oder andres Hilfsmittel)
  8. Maschine vorsichtig hochziehen so dass das Hinterrad so grade noch am Boden ist. Auf keinen Fall mit einem Motorradheber für unter die Schwinge arbeiten, das funktioniert nicht da das Federbein entlastet werden muss! Hauptständer oder Wagenheber unterm Motor ginge theoretisch auch, währe mir aber nicht stabil genug.

 

Die Demontage:

 

  1. Mutter vom Federbein unten lösen und abnehmen
  2. Mutter von den Umlenkhebeln unten lösen und abnehmen
  3. Mutter von den Umlenkhebeln oben lösen und abnehmen
  4. Mutter vom Federbein oben lösen (ist durch das Loch im Rahmen auf der rechten Seite zu erreichen) und abnehmen
  5. Schraube vom Federbein oben herausnehmen (mit dem Kupferdorn durchdrücken), Federbein vorsichtig aus der Führung drücken und erst mal hängen lassen.
  6. Die unteren Schrauben so weit wie geht durchdrücken.
  7. Die Lagerhülsen zur rechten Seite hin heraus nehmen. Vorsicht das nichts verkantet, Teile immer von Hand etwas entlasten das die Schrauben nicht plötzlich auf die Rollen der Nadellager schlagen.
  8. Schraube der obern Umlenkhebelbefestigung herausziehen (dort sollte jetzt genug Platz sein), dabei die untere Hebelei festhalten damit nicht nach unten ab haut.
  9. Den Hebel incl. Federbein wieder nach oben drücken und die Schraube schräg über den Krümmer heraus drücken. Federbein gut fest halten und anschließend nach unten herausziehen, dabei ein wenig drehen damit der Ausgleichsbehälter Platz hat. Federbein weg legen, am besten auf einen Lappen oder ein Stück Pappe.
  10. Endspurt…die verbliebene Hebelei nach unten drücken und die Schraube vorsichtig raus nehmen, die originalen Umlenkhebel beiseite legen.

 

Montage Vorbereitung:

 

  1. Alles was da unterm Moped noch rumbaumelt ordentlich mit Lappen und Reiniger säubern, passt auf das Ihr keinen Dreck in die Lager reinspült.
  2. Lager und Lagerbuchsen mit einem sauberen und nicht fußelnden Lappen reinigen.
  3. Das ausgebaute Federbein ordentlich reinigen (bessere Gelegenheit gibt es nicht, Falls Ihr die Federvorspannung verändern wollt dann macht es jetzt, später ist schlecht ran zu kommen)
  4. Alle Teile auf Verscheiß untersuchen, vor allem die Lagerbuchsen. Im Zweifelfalle die Teile ersetzten.
  5. Schrauben und Muttern kontrollieren, die Muttern sind selbst sichernd mit Metallring können also wieder verwendet werden, sollten bei Euch Muttern mit Kunststoffsicherung verbaut sein, sind diese durch neue Muttern zu tauschen.
  6. Lager neu mit Wälzlagerfett einsetzten, Lagerbuchsen ebenfalls leicht fetten.
  7. Alle Teile sowie das Werkzeug griffbereit auf eine saubere Unterlage legen.

 

Die Montage:

  1. Die neuen Umlenkhebel mit der unteren Schraube lose ans Moped hängen (oben/untern beachten!)
  2. Federbein wieder von unten durch die Schwinge einsetzten, jedoch noch nicht oben fixieren.
  3. Federbein mit der Hebelei verbinden (Schraube einsetzten)
  4. Federbein mit Schraube an der oberen Aufnahme befestigen
  5. Die Lagerbuchsen wieder vorsichtig einsetzen, dabei darauf achten das Ihr nichts verkantet. Die Buchsen müssen leichtgängig von Hand reingehen!
  6. Die noch lose runter hängenden Hebel anhalten und entsprechend den Ketten-/Seilzug anziehen um die geänderte Höhe auszugleichen.
  7. Schraube der oberen Hebelbefestigung einsetzten
  8. 1-2 Tropen Schraubensicherung an das Schraubengewinde geben und die Muttern aufdrehen.
  9. Muttern (4Stk.!) mit dem vorgegebenen Drehmoment anziehen

 

Nacharbeiten/Motorrad ablassen:

 

  1. Kettenzug etwas lösen so das der Hinterreifen nicht weg kann
  2. Die Gabelabstützung oder was auch immer Ihr zum stabilisieren genommen habt wieder wegnehmen.
  3. Seitenständer ausklappen!
  4. Kettenzug entlasten und abnehmen.
  5. Leichtgängigkeit der Schwinge bzw. Fahrwerksaufhängung testen, falls hier was nicht stimmt noch mal aufbocken und alles kontrollieren!
  6. Hebe-Seile am Rahmen vorsichtig herausziehen
  7. Fahrersitz montieren
  8. Seitenteile montieren
  9. Letzte Kontrolle durchführen (alle Teile richtig verbaut? Muttern alle angezogen – auch die obere vom Federbein? – alles leichtgängig?)

 

Die Probefahrt:

Kommt jetzt natürlich drauf an wie hoch eure Heckhöherlegung ist, bei 25mm ist der Unterschied gut zu spüren – alles geht leichter ohne kippelig zu sein – trotzdem sollte man auf den ersten Kilometern erst mal das neue Fahrverhalten testen. Bei mehr als 30mm kann ich mir vorstellen dass die Fuhre in bestimmten Situationen sogar unruhig wird, an 40mm oder mehr will ich jetzt gar nicht erst denken.

 

In diesem Sinne, viel Spaß und allzeit gute Fahrt.

 

 

 

*Nun zugegeben, ist vieleicht nicht das beste Moped um auf dem Ring zu fahren, aber geil wars schon nach so langer Zeit noch mal ein paar Runden zu drehen.  😉

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