Lenken leicht gemacht…

…wenn der Lenkungsdämpfer mal zu stramm geht.

 

Die Lenkungsdämpfer sind nun mal schlichtweg die kleinen Helfer die mehr oder weniger versteckt, recht hintergründig und unauffällig ihren Dienst verrichten. Im Grunde genommen ist es nichts anderes wie ein kleiner Stoßdämpfer der halt schnellen Bewegungen von miteinander gekoppelten Bauteilen mit einem gewissen Widerstand  entgegen wirken soll. Eine wirkliche Funktion wird der normal Fahrer niemals wahrnehmen, es sei denn er schraubt das Teil mal ab und merkt das die Lenkung plötzlich recht einfach geht. Sicher lässt sich ein Motorrad auch ohne dieses Teil fahren und im ersten Anschein nach sogar noch leichter aber in bestimmten Fahrsituationen kann das dann doch zu einigen überraschenden und sogar gefährlichen  ungewollten Lenkbewegungen führen.

 

Als Fahranfänger mag die Welt noch rosig und ungetrübt aussehen, dann kommt irgendwann die lustige Bummeltour im Geschwindigkeitsbereich von 60 bis 70km/h in dem sich der kleine Shimmy ankündigt. Ist in diesem Fall mal kein Fernseh-Schimpanki sondern ein meist ungefährliches jedoch recht unangenehmes Lenkerflattern das mit ein wenig Kraft zu halten ist. Nun stelle man sich diesen kleinen Shimmy mal bei Highspeed vor, wird dann in Fachkreisen auch als Kickback bezeichnet und zeigt sich als heftiges schlagen des Lenkers. Zu dem verhindert der Lenkungsdämpfer noch so andere Wackeleien die durch Fahrwerksunruhen uä. Verursacht werden können. Dies ist natürlich von Maschine zu Maschine anders…es gibt genügend die ohne auskommen aber auch reichlich die man nicht ohne fahren sollte. Kleines Beispiel…meine alte Honda CBR900RR damals noch mit Stummellenker…65km/h…Lenker los lassen und es fing an munter zu wackeln…Lenker wieder fest halten und gut ist….260km/h…A3…eine Bodenwelle und ich dachte mich zerreist´s…Fahrwerk ein wenig geändert und gut war…Hornet 900…wendig…feinfühlig…hat keinen…braucht keinen… andere Maschine anders Spiel…SV1000N…der Vorbesitzer hatte den Lenkungsdämpfer demontiert weil der ja nun sehr schwergängig ist…Zitat: “Fährt sich wesentlich leichter ohne, echt.“…Das Maschinchen verhielt sich dann auch recht stabil im unteren Geschwindigkeitsbereich ab 170 dann aber ein leichtes aufschaukeln der ganzen Fuhre…Gas weg…Lenker locke lassen und es wurde richtig affig…lag wohl auch an den abgefahrenen Reifen aber so was muss nun nicht sein. Nach kurzer Überlegung bin ich dann zum Entschluss gekommen den original Lenkungsdämpfer zu montieren und das schaukeln war weg, leider aber auch die Leichtgängigkeit der Lenkung. Also ein wenig in div. Foren gelesen mit mehr oder weniger großem Erfolg…es gibt massig Leute die da schreiben „braucht man nicht, ich halt das Ding auch so gerade“ oder „ich fahr doch eh nicht so schnell“ andere wieder rum schwören auf den originalen Dämpfer, wieder andere auf die Massen an Zubehörstäbchen.

 

Als bekennend sparsamer Mensch, kam mir dann so die fixe Idee mir den originalen Dämpfer mal genauer anzuschauen und mir fiel dann wieder brühend heiß ein, das im Keller noch ein alter Lenkungsdämpfer einer GSXR lag der recht ähnlich aussah. Gesagt getan, Teil raus gekramt, begutachtet, für akzeptabel befunden und zu Testzwecken angebaut. Ging zwar wesentlich leichter, war aber nicht wirklich eine Verbesserung zumal die Halterung am Gehäuse anders ist und somit der Lenkeinschlag zur einer Seite nicht mehr voll gegeben war. Also wieder runter mit dem Ding und die beiden nebeneinander gelegt und da war er wieder, der Geistesblitz…an beiden Dämpfern ist eine kleine Verschlussschraube über die halt das Dämpfungsöl eingefüllt wird…wenn kein anderes Dämpferchen dann eben nur anders Öl und zwar eins was dünner sein musste als in dem Originalen. Einige Grundvoraussetzungen für das zu verwendende Öl sollten aber beachtet werden… 1.keine Feststoffzusätze wie Molikote o.ä. 2.nicht harzend 3.nicht biologisch abbaubar…zur Verfügung standen mir dann ein Hydrauliköl (erwies sich als gleichwertig zum Original), teilsynthetisches Motorenöl (war dicker), synthetische Motorenöl (etwas dünner), Waffenöl (fast wie Wasser) und eine Dose Sprühöl (perfekt). Das Waffenöl habe ich dann auch im Lenkungsdämpfer getestet allerdings mit keinem großen Erfolg, das Pendeln war bei ca. 180km/h wieder da, anschließend habe ich es gegen das besagte „abgezapfte“ Sprühöl ersetzt und dies für gut befunden. Die Lenkkraft ist kaum höher als ohne Lenkungsdämpfer jedoch tritt kein Pendeln mehr auf und selbst ein provozieren des Lenkerschlagens bei 50 bis 70km/h ist nicht drin… 😀  Mittlerweile hab ich gute 2500km mit dem geänderten Öl abgespult und konnte keine negativen Auswirkungen feststellen. Besser und sicherer wie ohne ist es auf jeden Fall.

 

Nachahmung auf eigene Verantwortung!

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